Mont Blanc 4810m

Vorbereitung

Geplant hatten wir den Mont Blanc von Aig. du Midi zu überschreiten und in Richtung Gouterhütte abzusteigen. Wir reservierten die Cosmique- Hütte für zwei Nächte um uns akklimatisieren zu können. Wir wollten am Montag den Montblanc du Tacul (4245m) besteigen, vielleicht noch den Mont Maudit (4465m), am Dienstag wäre dann die grosse Überschreitung geplant.

 

Wir hatten uns entschieden, in Frutigen zu übernachten, damit wir möglichst früh bei der Aiguille-du-Midi-Bahn sind, um überhaupt ein Billett zu bekommen.

Die Vorbereitungstour

Aber die Bahn fuhr nicht wegen Gewitter und starken Winden. Wir schauten uns Chamonix an, kehrten aber immer wieder zur Bahn zurück, um uns zu erkundigen, ob sie jetzt fährt. Etwa um 13.30 war es endlich soweit. Mit Duzenden von Japanern fuhren wir hoch. Aber kaum waren wir oben, begann wieder ein heftiger Schneesturm, mit Blitz und Donner. Als wir schon fast ans Aufgeben dachten, hellt es innerhalb Minuten auf, und wir (Denise, Phantom, Daniel) machen uns für den Abstieg von der Bergstation Aig.du Midi (3842m) zur Cosmiqueshütte (3606m) bereit.

In einer Dreierseilschaft mit Steigeisen und Pickel bewaffnet schreiten wir über die gefährlichste Passage der gesamten Tour, über einen zwei Füsse breiten Kamm, auf beiden Seiten geht es einige 100m steil abwärts und als ob dass nicht genug wäre, hat die Schulter noch eine Neigung von ca. 50°. Ich habe die Hosen voll und frage mich wie sich wohl das Phantom vor mir fühlt, denn das ist seine erste Hochtour überhaupt. Glücklich erreichten wir die Cosmiques- Hütte (3613m), bei Sonnenschein.

Nach einer schlaflosen Nacht auf 3613m ist es uns speiübel, trotzdem laufen wir um 6.15 Uhr in zwei Dreierseilschaften los über einen wunderschönen zerklüfteten Gletscher, nach Italien. So können wir doch noch eine Akklimatisationstour machen. Kaum losgelaufen geht es uns bereits wieder viel besser, wir fangen sogar an zu singen, auch die Seilschaft vor uns merkt, dass es den Schweizern wieder gut geht. Die Tour dauert 3 Stunden und endet um 9.15 im Rif. Torino. 

Von dort geht es mit Seibahn und Bus via Courmayeur und Montblanc-tunnel zurück nach Chamonix.

Cosmiques-Hütte

In der Cosmiques- Hütte hat es Platz für 140 Personen, an diesem Abend sind wir zu sechst, wir- plus eine deutsche Dreierseilschaft. Die Hüttenwartin freut sich  nicht wirklich bei unserem Eintreffen, und das lässt sie uns auch deutlich spüren. Sie dachte wohl, sie habe wegen dem schlechten Wetter einen freien Tag. Sie macht uns unmissverständlich klar, dass in den nächsten Tagen, wegen dem Neuschnee und der Lawinengefahr, keine Touren von hier auf den Mont Blanc oder einen anderen 4000er gemacht werden können, eine Einschätzung, die wohl zutrifft. Beim Abendessen besprechen wir uns mit der deutschen Seilschaft. Diese wollen am nächsten Tag zur Torinohütte (3370m). Laut Wettervorhersage soll in den frühen Morgenstunden ein Schönwetterfenster von ein paar Stunden herrschen. Wir beschliessen, uns den Deutschen anzuschliessen und über den Gletscher nach Italien zu gehen, dann aber ins Tal und nach Chamonix zurückzufahren.

Mont Blanc 4810m über Goûter-Route

Aufstieg zur Goûter-Hütte

Es ist jetzt Montagabend. Zuerst müssen wir eine Übernachtungsmöglichkeit in Chamonix suchen und wir finden mit Hilfe des Tourismusbüros eine günstige Unterkunft. Uns wird langsam bewusst, dass wir den Mont Blanc wohl vergessen können. Denise sucht alternative Touren, ich bin müde und streitsüchtig, aber Phantom gibt nicht auf. Er nervt mit den abstrusesten Vorschlägen, die eher an ein Brainstorming erinnern, als an seriöse Hochtourenvorbereitung. Aber genau das bringt uns auf die letzte Möglichkeit den Berg doch noch zu erklimmen. Uns ist klar, bei dem Neuschnee kann der Mont Blanc nur über die Normalroute bezwungen werden, da sich das Wetter von morgen an verbessert. Da die Hütten in der Route seit Wochen ausgebucht sind haben wir keine Schlafmöglichkeit, aber vielleicht werden auf der Gouterhütte nicht alle erscheinen, die sich angemeldet haben und wir können bleiben. Vergeblich versuchen wir in der Gouterhütte anzurufen, aber wir kommen nicht durch. Wir beschliessen, es auf gut Glück zu versuchen. Wir gehen Essen (Chinesisch) und schlafen recht früh, zum Nach- und Vorholen. Am nächsten Morgen fahren wir schon um 7 Uhr los, um die erste Bahn in les Houches zu erreichen. An der Talstation der Seilbahn nach Pieton treffen wir ein Pärchen aus Slowenien, das die Natel Nr. 0033 672 81 22 08 vom Hüttenwart der Gouterhütte hat. Nach all den vielen vergeblichen Versuchen funktioniert es so auf Anhieb. Der Hüttenwart versichert uns, dass wir auf der Hütte schlafen können, aber ohne Schlafplatz und Decken, dafür zum vollen Preis. Wir schreien vor Glück, jetzt haben wir eine echte Chance, den Mont Blanc doch noch zu erreichen. Wir nehmen also die Bahn nach Pieton und dann noch ein kurzes Stück die Zahnradbahn von Bellevue (1794) nach Col du Mt Lachat (2073m) (die Strecke nach Nid d'Aigle ist gesperrt). Um 9.50 gehen wir los, über les Rognes zur Tête Rousse- Hütte (3187m). Nachdem wir uns mit einem Teller Spaghetti gestärkt haben, montieren wir die Steigeisen und klettern den Klettersteig hoch zur Goûter-Hütte (3817m), die wir etwa um 17 Uhr erreichen. Schon von weitem haben wir die neue Hütte gesehen, aber leider ist sie noch nicht in Betrieb. Die Zeit reicht noch für einen Spaziergang zur neuen Hütte, um 19 Uhr bekommen wir unser Nachtessen in der zweiten Schicht und nachher werden uns doch noch Schlafplätze zugeteilt, einer davon war recht abenteuerlich. Dabei haben wir grosses Glück, Dutzende müssen sich mit Tischen, Bänken, Fussboden oder Treppen begnügen. Aber es wird sowieso eine kurze Nacht.

Der Gipfeltag 8.08.2012

Um 2 Uhr gibt es Frühstück , um 2.40  gehts los, im Dunkeln, immer der Spur nach. Auf dem Grat kommt ein eisiger Wind auf. Auf 4362m erreichen wir das Bivak Vallon und nutzen die Gelegenheit uns etwas aufzuwärmen. Andere haben es benutzt um zu schlafen und müssen es hinnehmen, dass die Frühaufsteher ihnen mit den Steigeisen auf den Matten herumtrampeln.

Nachher geht es besser mit der Kälte, die Höhe vertragen wir recht gut, weil wir langsam hochsteigen. Dann erreichen wir den Gipfel des höchsten Bergs der Alpen!

Es ist 7.40, 5 Stunden haben wir gebraucht, mit der Pause im Bivak. An eine lange Gipfelrast ist nicht zu denken, zu kalt ist der Wind in dieser Höhe, aber es ist eindrücklich, wie hoch über allem man hier steht. Wir machen uns an den Abstieg, wobei wir Dutzende von Seilschaften auf dem Aufstieg passieren müssen. Wir bringen es sogar fertig, uns noch auf dem Gletscher zu verirren (Abkürzung ;-) , aber  schliesslich erreichen wir die Goûterhütte, packen unsere Rucksäcke und machen Mittagspause in der Tête Rousse-HütteDann geht es weiter abwärts bis zur Bahn, 2737m. Uns tut alles weh, aber wir haben den Montblanc geschafft. Es ist der 08.08.2012 wir sind ca. 1200 m hochgestiegen, mit Gegenanstieg und mehr als 2800m abgestiegen, in etwa mehr als 13 Stunden. Fantom ist die letzten 300 Höhenmeter herunter gerannt mit Vollpackung und anschliessend direkt mit uns nach Zürich gefahren. 


Zur Cosmiques-Hütte

zur TEte Rousse-Hütte

Mont Blanc


 

Die Gipfelgeschichte von Max im Jahr 1965