Breithorn 4163m

Geplant haben wir den 4092m hohen Pollux zu begehen, aber da haben wir die Rechnung ohne die Walliser gemacht. Denn wir sind am Vorabend noch persönlich an der Talstation der Bahn aufs Kleine Matterhorn vorbei gegangen und haben uns vor Ort erkundigt, wann am nächsten Morgen die erste Bahn hoch fährt. Die Dame am Schalter versicherte uns, dass die erste Bahn erst um 08:30 Uhr fahren wird, wir währen lieber früher hoch. 

 

Also kletterten Denise und ich an diesem 22.10.2021 um 06:00 Uhr aus dem Hochdach unseres gemieteten Campers, den wir auf dem Camping in Täsch parkiert hatten. Bei -3C° kochten wir auf dem Gaskocher noch Tee für unsere bevorstehende Hochtour und fuhren anschliessend mit der Bahn hoch nach Zermatt. Um 07:50 Uhr standen wir praktisch als erste an der Talstation von der Bergbahn, die uns auf das Kleine Matterhorn bringen sollte. Die Kassen waren noch geschlossen, aber eine der Ticketverkäuferinnen stand neben uns und rauchte. Allmählich kamen von allen Seiten Skifahrer, alle mit Rennanzügen und standen direkt bei der Bahn an. So um 08:05 Uhr wurde ich langsam einwenig nervös. Mir wurde klar, wenn die mittlerweile drei Ticketverkäuferinnen, die jetzt bereits hinter dem Schalter sassen nicht bald den Schalter öffnen, kriegen wir ein richtiges Problem.

 

Um 08:10 Uhr wird die Bahn regelrecht von Skinachwuchsfahrern aus der ganzen Welt überrannt und alle ausser uns haben bereits eine Fahrkarte.  Jetzt bin ich so richtig sauer, dass die Ticketverkäuferin, bei der wir uns gestern nach der ersten Bahn erkundigt haben, uns nicht darauf hingewiesen hat, dass wir die Fahrkarten sofort hätten kaufen müssen, wenn wir auf die erste Bahn wollen.

 

Um 08:17 Uhr öffneten alle drei Ticketschalter gleichzeitig, das wiederum war überflüssig, denn ausser uns benötigte fast niemand ein Ticket. Die Skifahrer standen bis zur Strasse an und Denise erkundige sich am Schalter wie lange es jetzt dauern wird bis wir in die Gondel können. Die sehr unfreundliche Dame am Schalter meinte schnippisch: "Mindestens eine Stunde!"

 

Ich bin ja eher der zurückhaltende Typ, aber da habe ich die Hände verworfen und bin fast ausgeflippt. Es muss Jahre her sein, dass ich mich so aufgeregt habe. In dem Moment war klar, auf dem Pollux werden wir heute nicht stehen. Die Zeit würde einfach nicht reichen bei diesen Bedingungen (Neuschnee, Kälte und Zeit). 

 

Wir sind zurück ins Dorf und frühstückten in einem Kaffee. Nach dem Frühstück habe ich mich etwas beruhigt und wir besprachen unsere Möglichkeiten.  Für den Pollux reicht die Zeit nicht mehr, aber für das Breithorn würde es immer noch locker langen. Also gingen wir wieder zum Schalter der Bergbahn, diesmal zu einer netten Verkäuferin und lösten ein Ticket auf das Kleine Matterhorn 3883m, wo wir um 11:00 Uhr ankamen. 

 

Die Tour:

Schon in der Bahn merkten wir, dass keine andern Leute mit Hochtourenausrüstung unterwegs waren. Die andern hatten alle Ski dabei oder waren Touristen, die die Aussicht bewundern wollten.

Kaum waren wir aus dem Tunnel auf dem Gletscher angekommen, zogen wir los. Da es zwei Tage vorher in Zermatt stark geregnet hatte, dachten wir, dass ziemlich viel Neuschnee liegen würde. Das war aber nicht der Fall. Sobald  wir die gespurte Piste verlassen hatten, folgten wir der Spur von Schneeschuhen, die sich über die Ebene in Richtung des Breithorns zog. Dieser Teil der Tour erwies sich als ziemlich mühsam. Es wechselten sich Stellen mit tragfähigem Schnee ab mit Passagen, auf denen wir bei jedem Schritt einbrachen. Schneeschuhe wären da eine gute Wahl gewesen. 

Als wir am  Fuss des Breithorns ankamen, kehrten gerade zwei Seilschaften zum Schneeschuhdepot zurück. Wir seilten uns an und montierten die Steigeisen. Der Aufstieg war unproblematisch, nur die Höhe merkten wir. Nach knapp 1:45h standen wir auf dem Gipfel (4164m). 

Oben wehte ein eisiger Wind, aber die Aussicht war auch diesmal phänomenal. Lange hielten wir es nicht aus, es war zu kalt. Plötzlich kamen 3 Männer mit Skialpinistenausrüstung, die Ski auf den Rücken geschnallt, obwohl die Schneeverhältnisse alles andere als gut waren. Sie müssen unglaublich schnell aufgestiegen sein, wir hatten sie vorher nicht bemerkt.

Schnell waren wir wieder unten und rasteten kurz, dann stapften wir den beschwerlichen Rückweg zurück zur Bahnstation, die wir um 14:30 erreichten.

Trotz des Ärgers am Morgen war es doch eine schöne Tour geworden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Höhendifferenz        400m

Gestartet                 Kleines Matterhorn                                              (3883m)

Aufstiegszeit             2 h

Wetter                       Sonnig 

Lawinengefahr          gering

Gletscherspalten       wenig

Datum                       1.09.2013

Gegend                     Zermatt

Gruppe                      Thomas, Rosmarie,                                             RomanDenise, Daniel 

 

 

Thomas wollet auch einmal auf einen 4000er, da entschieden wir, das eher einfachere Breithon zu besteigen. Bei traumhaftem Wetter und besten Bedingungen starteten wir von dem kleinen Matterhorn.